{"id":43303,"date":"2026-09-08T11:06:42","date_gmt":"2026-09-08T11:06:42","guid":{"rendered":"https:\/\/poolscrystalclear.com\/index.php\/2026\/09\/08\/environmental-monitoring-ratgeber\/"},"modified":"2026-09-08T11:06:42","modified_gmt":"2026-09-08T11:06:42","slug":"environmental-monitoring-ratgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/poolscrystalclear.com\/index.php\/2026\/09\/08\/environmental-monitoring-ratgeber\/","title":{"rendered":"Wohlt\u00e4tigkeit &#038; Gemeinschaft | Ihr Leitfaden f\u00fcr die Schweiz"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>In der Schweiz sind Gemeinn\u00fctzigkeit und gelebter Gemeinschaftssinn keine abstrakten Konzepte, <a href=\"https:\/\/cis-bonfol.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">environmental monitoring Ratgeber<\/a>,  sondern wesentliche Teile des Alltags. Von der freiwilligen T\u00e4tigkeit in Bergd\u00f6rfern bis zur Mitbestimmung bei kantonalen Grossprojekten \u2013 die Bev\u00f6lkerung formen ihr Umfeld engagiert mit. Unser Komitee, das CIS Bonfol, steht exemplarisch f\u00fcr dieses Engagement: Wir betreuen die Sanierung der ehemaligen Sonderm\u00fclldeponie Bonfol als unabh\u00e4ngiges Aufsichtsgremium und garantieren, dass Offenheit, Schutz und Umweltvertr\u00e4glichkeit oberste Priorit\u00e4t haben. Dieser Leitfaden erkl\u00e4rt Ihnen die Grunds\u00e4tze, die bei solchen B\u00fcrgerinitiativen wirken, und veranschaulicht, wie Aufsicht auf Augenh\u00f6he abl\u00e4uft. Dabei handelt es sich um mehr als technische \u00dcberwachung \u2013 es dreht sich um Glaubw\u00fcrdigkeit, das durch transparente Informationen und wirkliche Teilhabe w\u00e4chst.<\/p>\n<h2>1. Die Wichtigkeit von Gemeinschaftsinitiativen im Schweizerland<\/h2>\n<p>Gemeinschaftsinitiativen stellen dar das R\u00fcckgrat der Schweizer Zivilgesellschaft. Anders als vielen L\u00e4ndern, bei denen staatliche Stellen Projekte oft allein verantworten, tragen hier lokale Gruppen, Vereine und Komitees die Verantwortung f\u00fcr das, was vor ihrer Haust\u00fcr geschieht. Diese Kultur der Mitbestimmung wurzelt in der direkten Demokratie und im Milizsystem, das B\u00fcrger\u00e4mter und ehrenamtliches Engagement unterst\u00fctzt. Wenn eine Gemeinde vor einer Herausforderung steht \u2013 sei es die Renaturierung eines Bachs oder die \u00dcberwachung einer Altlast \u2013, formieren sich rasch Initiativen, die Fachwissen zusammenf\u00fchren und den Dialog mit Beh\u00f6rden anstreben. Dadurch bildet sich eine Kontrollinstanz, die nicht von oben verordnet, sondern von unten gewollt ist und die Interessen der Bev\u00f6lkerung ungefiltert vertritt.<\/p>\n<p>Das Beispiel der Deponie Bonfol illustriert diesen Mechanismus besonders deutlich. Als klar wurde, dass die seit Jahrzehnten lagernden chemischen R\u00fcckst\u00e4nde Grundwasser und Luft bedrohen, formierte sich eine breite Allianz aus Anwohnern, Umweltverb\u00e4nden und Gemeindevertretern. Sie verlangten nicht nur eine fachgerechte Sanierung, sondern auch eine dauerhafte Begleitung durch ein unabh\u00e4ngiges Gremium. So entstand das CIS Bonfol Komitee, das bis heute die Einhaltung aller Auflagen kontrolliert und die \u00d6ffentlichkeit regelm\u00e4ssig informiert. Ohne diesen gemeinschaftlichen Druck w\u00e4re eine so umfassende Transparenz kaum denkbar gewesen. Die Initiative belegt, wie aus Sorge um die eigene Lebensqualit\u00e4t ein strukturiertes, langfristiges Engagement entstehen kann.<\/p>\n<p>H\u00e4ufige Bereiche, in denen Gemeinschaftsinitiativen in der Schweiz aktiv sind, sind vielf\u00e4ltig. Dazu z\u00e4hlen dazu:<\/p>\n<ul>\n<li>Kontrolle von Altlasten und Deponien durch lokale Komitees<\/li>\n<li>Trinkwasserschutz-Projekte, die von Genossenschaften finanziert werden<\/li>\n<li>Pflege der Landschaft und Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderung durch Freiwilligengruppen<\/li>\n<li>Stadtteilentwicklung und Verkehrsberuhigung in st\u00e4dtischen wie l\u00e4ndlichen R\u00e4umen<\/li>\n<li>Energiegenossenschaften, die Solar- oder Windkraftanlagen gemeinschaftlich f\u00f6rdern<\/li>\n<\/ul>\n<p>All diese Vorhaben vereint ein Grundgedanke: Wer die Verantwortung mittr\u00e4gt, st\u00e4rkt den Zusammenhalt und schafft L\u00f6sungen, die wirklich zur Region stimmen.<\/p>\n<h2>3. Verantwortung f\u00fcr die Umwelt als gelebte Solidarit\u00e4t<\/h2>\n<p>Umweltschutz wird h\u00e4ufig als ingenieurtechnische oder staatliche Aufgabe gesehen, doch in seinem Kern ist er ein Akt der Solidarit\u00e4t \u2013 mit den Nachbarn, mit k\u00fcnftigen Generationen und mit der Natur selbst. Die Sanierung der Deponie Bonfol verk\u00f6rpert diese Haltung auf beeindruckende Weise. \u00dcber Jahrzehnte wurden hier Chemieabf\u00e4lle entsorgt, deren Gef\u00e4hrlichkeit man lange verkannte. Heute \u00fcbernimmt die Gemeinschaft die Verantwortung, diesen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, obwohl die Verursacher l\u00e4ngst nicht mehr existieren. Das ist gelebte Wohlt\u00e4tigkeit im besten Sinne: Man bringt Zeit, Aufmerksamkeit und Mittel in etwas, das nicht unmittelbar dem eigenen Vorteil dient, sondern dem Wohl aller.<\/p>\n<p>Diese Solidarit\u00e4t manifestiert sich auch in der Finanzierung. Nach dem Verursacherprinzip \u00fcbernehmen die ehemaligen Betreiber und deren Rechtsnachfolger die Kosten. Doch die Aufsicht, also unsere Arbeit, wird von den Standortgemeinden und dem Kanton Jura gemeinsam getragen. Das bedeutet, dass Steuergelder und kommunale Ressourcen in ein Projekt investiert werden, das prim\u00e4r der Gefahrenabwehr und der \u00f6kologischen Wiedergutmachung dient. Die Bev\u00f6lkerung hat diesen Einsatz nie infrage gestellt, weil sie erkennt, dass eine saubere Umwelt die Grundlage f\u00fcr jede andere Form von Wohlstand ist. Ohne intaktes Grundwasser gibt es keine sichere Trinkwasserversorgung, ohne gesunden Boden keine Landwirtschaft \u2013 dieser Zusammenhang ist im kollektiven Bewusstsein tief verankert.<\/p>\n<h3>Langzeitige Verpflichtung \u00fcber Generationen<\/h3>\n<p>Ein entscheidender Aspekt der Umweltverantwortung ist ihr Zeithorizont. W\u00e4hrend viele Wohlt\u00e4tigkeitsprojekte auf kurzfristige Hilfe ausgerichtet sind, erstreckt sich die Nachsorge einer sanierten Deponie \u00fcber Jahrzehnte. Unser Komitee ist deshalb so aufgebaut, dass es unabh\u00e4ngig von einzelnen Personen bestehen bleibt. Wir arbeiten mit gestaffelten Mandaten und einer klaren Nachfolgeregelung, damit die Kontinuit\u00e4t gesichert bleibt. Auch die Messprogramme sind auf Dauer angelegt: Noch in 30 Jahren werden Grundwasserpegel gepr\u00fcft und Bodenproben genommen. Diese Langfristigkeit ist ein Versprechen an die kommenden Generationen, dass wir die Altlast nicht einfach zudecken, sondern wirklich beherrschen.<\/p>\n<h2>4. In welcher Form B\u00fcrgeraufsicht bei Gro\u00dfprojekten funktioniert<\/h2>\n<p>B\u00fcrgeraufsicht geht \u00fcber ein Schlagwort \u2013 sie stellt dar ein durchdachtes System, das Expertenwissen, lokale Kenntnisse und demokratische Rechtfertigung verbindet. In der Schweiz bew\u00e4hrten sich f\u00fcr solche Aufgaben etablierte Modelle durchgesetzt, die wir am Beispiel des CIS Bonfol Komitees konkret darlegen k\u00f6nnen. Das Gremium konstituiert sich aus Vertretern der Standortgemeinden, kantonaler Fachstellen, Umweltorganisationen und neutraler Experten. Diese Zusammensetzung gew\u00e4hrleistet, dass weder die rein politische oder rein technische Perspektiven \u00fcberwiegen. Entscheidungen sind im Konsens beschlossen, und bei umstrittenen Fragen beauftragen wir externe Gutachten heran. So bildet sich eine Kontrollinstanz, die weder von der Bauherrschaft noch von individuellen Interessengruppen abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Die praktische Arbeit des Komitees beinhaltet mehrere Ebenen. Wir kontrollieren s\u00e4mtliche Projektpl\u00e4ne, ehe sie umgesetzt werden, und stellen gegen\u00fcber sie mit den gesetzlichen Auflagen. In den Bauphasen vollziehen unsere Fachleute unangemeldete Begehungen durch und nehmen eigene Proben, die in unabh\u00e4ngigen Labors analysiert werden. Parallel dazu sichten wir die Berichte der Bauleitung und der kantonalen Vollzugsbeh\u00f6rden. Diese Doppelkontrolle d\u00fcrfte redundant erscheinen, doch sie hat sich als besonders wirksam erwiesen, um blinde Flecken zu vermeiden. Wo eine Beh\u00f6rde aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden nur stichprobenartig pr\u00fcfen kann, sieht das Komitee mit der Hartn\u00e4ckigkeit der unmittelbar Betroffenen ganz genau hin.<\/p>\n<h3>Der Aufbau des CIS Bonfol Komitees<\/h3>\n<p>Das Komitee unterteilt sich in ein Plenum, das strategische Beschl\u00fcsse fasst, und eine technische Arbeitsgruppe, die das Tagesgesch\u00e4ft betreut. Das Plenum tagt mindestens viermal j\u00e4hrlich, die Arbeitsgruppe nach Bedarf monatlich. Diese Trennung erm\u00f6glicht es, sowohl den grossen \u00dcberblick zu behalten als auch auf kurzfristige Entwicklungen zu reagieren. Die Sitzungen sind nicht \u00f6ffentlich, aber die Protokolle werden nach Freigabe vollst\u00e4ndig publiziert. So bleibt die Arbeitsf\u00e4higkeit erhalten, ohne dass die Transparenz beeintr\u00e4chtigt wird. Zus\u00e4tzlich gibt es eine Ombudsstelle, an die sich Anwohner mit Beobachtungen oder Beschwerden wenden k\u00f6nnen \u2013 ein niederschwelliges Angebot, das rege genutzt wird.<\/p>\n<h3>Entscheidungsfindung und Eskalation<\/h3>\n<p>Beschl\u00fcsse werden grunds\u00e4tzlich im Konsens getroffen. Scheitert dies, sieht das Reglement ein Stufenverfahren vor: Zun\u00e4chst vermittelt der Pr\u00e4sident, dann wird eine externe Moderation eingebunden. In der Praxis kam dieses Verfahren bis jetzt kaum zum Einsatz, weil die gemeinsame Sorge um die Sicherheit alle Beteiligten eint. Wenn dennoch einmal eine ernsthafte Meinungsverschiedenheit auftreten, kann das Komitee mit einer publik gemachten Stellungnahme an die Kantonsregierung gelangen. Diese finale Stufe ist absichtlich hochschwellig angelegt, denn sie w\u00fcrde das Vertrauen in den Prozess besch\u00e4digen. Bereits ihre Existenz wirkt jedoch m\u00e4\u00dfigend auf alle Akteure.<\/p>\n<h2>2. Offenheit als Grundpfeiler des Vertrauens<\/h2>\n<p>Transparenz ist kein blo\u00dfes Mittel, sondern die Bedingung daf\u00fcr, dass eine Gemeinschaft fundierte Urteile treffen und Kontrolle aus\u00fcben kann. Im Umweltbereich gilt das in besonderem Ma\u00dfe, weil Fehler oder Unterlassungen unmittelbar die Unversehrtheit von Menschen und \u00d6kosystemen riskieren k\u00f6nnen. Wir vom CIS Bonfol Komitee haben deshalb von Anfang an auf eine vollst\u00e4ndig nachvollziehbare Aufzeichnung gesetzt. Jede Sitzung wird protokolliert, jeder Messwert publiziert, und bei Differenzen informieren wir umgehend. Diese Offenheit mag auf den ersten Blick m\u00fchsam erscheinen, doch sie unterbindet Ger\u00fcchte und schafft die Basis f\u00fcr einen sachlichen Austausch zwischen Beh\u00f6rden, Fachleuten und der B\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p>Konkret bedeutet das: Unsere Website enth\u00e4lt s\u00e4mtliche Berichte der Fachb\u00fcros, die mit dem Monitoring beauftragt sind. Dazu geh\u00f6ren Grundwasseranalysen, Luftmessungen und Baufortschrittsdokumentationen. Wir legen Wert darauf, dass die Daten nicht nur als Rohwerte existieren, sondern in verst\u00e4ndlicher Form pr\u00e4sentiert werden. Grafiken zeigen Trends, Grenzwerte sind farblich gekennzeichnet, und ein Glossar erkl\u00e4rt Fachbegriffe. Zus\u00e4tzlich f\u00fchren wir mindestens zweimal j\u00e4hrlich \u00f6ffentliche Informationsveranstaltungen ab, bei denen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger direkt R\u00fcckfragen stellen k\u00f6nnen. Diese Verbindung aus digitaler und pers\u00f6nlicher Kommunikation hat sich als \u00e4usserst erfolgreich erwiesen, um auch komplexe Sachverhalte wie Schadstofffahnen oder Sickerwasserbehandlung allgemein verst\u00e4ndlich zu machen.<\/p>\n<h3>Unsere Dokumentation im Detail<\/h3>\n<p>Die regelm\u00e4ssige Berichtswesen folgt einem festen Takt, der sich an den Projektphasen orientiert. W\u00e4hrend der aktiven Aushubarbeiten wurden w\u00f6chentliche Kurzberichte publiziert, heute konzentrieren wir uns auf die Langzeit\u00fcberwachung mit Quartalsberichten. Jeder Bericht enth\u00e4lt eine Kurzfassung f\u00fcr Eilige, detaillierte Messreihen und eine Einsch\u00e4tzung durch unser Fachgremium. Wir legen besonderen Gewicht darauf, nicht nur Errungenschaften zu vermelden, sondern auch auf Schwierigkeiten hinzuweisen \u2013 etwa wenn ein Messwert nahe an den Toleranzbereich herankommt. Diese Offenheit mag unbequem sein, doch sie ist der Wesenskern unserer Glaubw\u00fcrdigkeit. Nur wer auch \u00fcber Unsicherheiten spricht, wird als vertrauensw\u00fcrdiger Gespr\u00e4chspartner wahrgenommen.<\/p>\n<h2>5. Sicherheit und \u00dcberwachung: Das, was die Bev\u00f6lkerung kennen sollte<\/h2>\n<p>Sicherheitsvorkehrungen ist bei der Rekultivierung einer Sonderm\u00fclldeponie das zentrale Thema, und das Kontrollsystem bildet das Fundament jeder Sicherheitsstrategie. Wir unterscheiden dabei zwischen Betriebssicherheit auf der Baustelle und Umweltschutz im weiteren Umfeld. W\u00e4hrend der heissen Phase des Aushubs standen Arbeitsschutzma\u00dfnahmen wie Einhausungen, Schleusensysteme und PSA im Vordergrund. Heute, in der Langzeit\u00fcberwachung, richten wir uns auf die \u00dcberwachung der abgedichteten Deponieoberfl\u00e4che, die Sickerwassersammlung und die Qualit\u00e4t des Grundwassers. Die beiden Phasen verlangen ein engmaschiges Netz an Messstellen, das wir in Zusammenarbeit mit dem Kanton vereinbart haben und das periodisch auf seine Effektivit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft wird.<\/p>\n<p>Die Messergebnisse werden nach strengen Schweizer Normen eingestuft, die zu den strengsten weltweit geh\u00f6ren. F\u00fcr jeden relevanten Parameter \u2013 von Schwermetallverbindungen \u00fcber chlorierte Kohlenwasserstoffe bis zu pH-Wert und elektrischer Leitf\u00e4higkeit \u2013 existieren pr\u00e4zise Grenzwerte, die nicht \u00fcberstiegen werden sollten. Unsere Aufgabe ist es, nicht nur die Befolgung dieser Messwerte zu pr\u00fcfen, sondern auch Tendenzen im Vorfeld zu erkennen. Ein langsam ansteigender Messwert kann auf ein sich entwickelndes Leck deuten, lange bevor der H\u00f6chstwert erreicht ist. Diese proaktive Analyse differenziert ein seri\u00f6ses Monitoring von einer reinen Formalit\u00e4t und bietet uns die Chance, Gegenmassnahmen zu ergreifen, ehe eine Bedrohung f\u00fcr Mensch oder \u00d6kosystem auftritt.<\/p>\n<h3>Messdaten und Grenzwerte nachvollziehen<\/h3>\n<p>Damit die Bev\u00f6lkerung die Messdaten eigenst\u00e4ndig interpretieren kann, stellen wir bereit wir alle Daten in einem benutzerfreundlichen Dashboard. Hier lassen sich einzelne Messpunkte w\u00e4hlen und Zeitreihen vergleichen. Wir haben bewusst darauf verzichtet, die Daten zu gl\u00e4tten oder zu besch\u00f6nigen. Wenn ein Wert schwankt, zeigen wir die Variation \u2013 und erl\u00e4utern im Begleittext, ob es sich um eine nat\u00fcrliche Abweichung, einen Messwertfehler oder ein echtes Alarmsignal ist. Diese Transparenz hat zun\u00e4chst zu Verwirrungen gef\u00fchrt, weil Nichtfachleute jeden Ausschlag als Alarm verstanden. Mittlerweile hat sich ein Grundverst\u00e4ndnis entwickelt, und viele Bewohner beachten die Verlauf ihrer \u00abHausmessstation\u00bb mit grossem Interesse.<\/p>\n<h2>6. Gemeinn\u00fctzige Organisationen und ihre Funktion im Umweltschutz<\/h2>\n<p>Wohlt\u00e4tigkeitsorganisationen sind in der Schweiz wesentliche Akteure, wenn es um \u00f6kologische und soziale Vorhaben geht. Im Gegensatz zu staatliche Stellen k\u00f6nnen sie flexibel agieren, lokale Kenntnisse nutzen und als Br\u00fcckenbauer zwischen Bev\u00f6lkerung und Verwaltung wirken. Im Fall der Deponie Bonfol waren von Anfang an Umweltverb\u00e4nde auf nationaler und regionaler Ebene involviert, die ihre Experten in das Komitee entsandten. Diese Organisationen bringen nicht nur technische Kompetenz mit, sondern auch ein fundiertes Wissen f\u00fcr \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge und eine umfangreiche Erfahrung in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Sie helfen uns, schwierige Themen so aufzubereiten, dass sie in den Gemeinden aufgegriffen und er\u00f6rtert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Partnerschaft mit gemeinn\u00fctzigen Akteuren geht jedoch \u00fcber die reine Beratungst\u00e4tigkeit hinaus. Viele dieser Organisationen unterhalten eigene Messprogramme oder erstellen unabh\u00e4ngige Studien durch, die unsere Arbeit erg\u00e4nzen. So hat beispielsweise ein lokaler Naturschutzverein \u00fcber Jahre hinweg die Entfaltung der Vegetation auf der rekultivierten Deponiefl\u00e4che aufgezeichnet und wichtige Erkenntnisse zur Bodenentwicklung geliefert. Solche Beitr\u00e4ge sind f\u00fcr uns Gold wert, weil sie Aspekte abdecken, die in beh\u00f6rdlichen Monitoringpl\u00e4nen oft zu kurz kommen. Sie zeigen auch, dass Umweltschutz nicht mit der technischen Sanierung abgeschlossen ist, sondern die Wiederaufrichtung eines funktionierenden \u00d6kosystems beinhaltet.<\/p>\n<h3>Partnerschaften vor Ort st\u00e4rken das Vertrauen<\/h3>\n<p>Besonders wertvoll sind die direkten Verbindungen, die gemeinn\u00fctzige Organisationen in die Gemeinden einbringen. Wenn der \u00f6rtliche Fischereiverein bei der Probenahme eines Bachs hilft oder eine Schulklasse im Rahmen eines Projekttags die Messstation besichtigt, entsteht eine Beziehung, die \u00fcber abstrakte Berichte hinausgeht. Wir f\u00f6rdern solche Kooperationen gezielt, indem wir unsere Daten zur Verf\u00fcgung stellen und F\u00fchrungen bereitstellen. Auf diese Weise wird aus einer technischen \u00dcberwachungsaufgabe ein gemeinsames Interesse, das viele Schultern tr\u00e4gt. Die Erfahrung zeigt: Je mehr Menschen das Gef\u00fchl haben, Teil der L\u00f6sung zu sein, desto stabiler ist die \u00f6ffentliche Zustimmung des gesamten Vorhabens.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Fragen<\/h2>\n<h3>Worum handelt es sich bei dem CIS Bonfol Komitee?<\/h3>\n<p>Das CIS Bonfol Komitee ist ein unabh\u00e4ngiges Aufsichtsgremium, das die Renaturierung und Nachbetreuung der ehemaligen Sonderm\u00fclldeponie Bonfol im Kanton Jura kontrolliert. Es umfasst Vertretern der Standortgemeinden, Umweltorganisationen, kantonaler Fachstellen und externen Experten. Unsere prim\u00e4re Aufgabe ist es, die Erf\u00fcllung aller Umwelt- und Sicherheitsauflagen zu pr\u00fcfen, Messdaten zu verifizieren und die Allgemeinheit transparent \u00fcber den Fortschritt zu unterrichten. Wir engagieren uns ehrenamtlich und sind nur dem Gemeinwohl verpflichtet.<\/p>\n<h3>Warum ist die Sanierung der Deponie Bonfol \u00fcberhaupt notwendig?<\/h3>\n<p>In der Deponie Bonfol wurden zwischen 1961 und 1976 rund 114&#8217;000 Tonnen chemische Abf\u00e4lle aus der Basler Industrie deponiert, inklusive giftige und krebserregende Substanzen. Die urspr\u00fcngliche Abdichtung erwies sich als unzureichend, sodass Schadstoffe ins Grundwasser zu gelangen gef\u00e4hrdeten. Ohne Sanierung h\u00e4tte man die Gefahr, dass das Trinkwasser der Region langfristig verseucht wird. Deshalb ist die vollst\u00e4ndige Aushub- und Entsorgungsl\u00f6sung beschlossen, um die Altlast dauerhaft zu beseitigen und die Umwelt zu sichern.<\/p>\n<h3>Wie kann ich die aktuellen Messdaten einsehen?<\/h3>\n<p>S\u00e4mtliche Messdaten zur Luftqualit\u00e4ts- , Grundwasser- und Bodenqualit\u00e4t rund um die Deponie Bonfol werden auf unserer Webseite cis-bonfol.ch publiziert. Sie sehen dort ebenso die aktuellen Quartalsberichte wie auch ein interaktives Dashboard, in dem Sie einzelne Messstellen w\u00e4hlen und Zeitreihen gegen\u00fcberstellen k\u00f6nnen. Die Daten sind ohne Registrierung verf\u00fcgbar und werden in verst\u00e4ndlicher Form dargestellt. Bei Fragen zu den Messwerten k\u00f6nnen Sie sich jederzeit an unsere Gesch\u00e4ftsstelle richten oder eine der \u00f6ffentlichen Informationsveranstaltungen wahrnehmen.<\/p>\n<h3>Welche Partei finanziert die Sanierung und die \u00dcberwachung?<\/h3>\n<p>Die tats\u00e4chlichen Sanierungskosten werden nach dem Verursacherprinzip von den Rechtsnachfolgern der ehemaligen Betreiberfirmen getragen, die sich in einem Konsortium zusammengeschlossen haben. Die Arbeit des CIS Bonfol Komitees hingegen wird durch die Standortgemeinden und den Kanton Jura finanziert. Dadurch bleibt unsere Unabh\u00e4ngigkeit gewahrt, denn wir sind weder von den Verursachern noch von einzelnen Geldgebern abh\u00e4ngig. Das Budget wird j\u00e4hrlich \u00f6ffentlich beschlossen und ist Teil der kantonalen Rechnungslegung.<\/p>\n<h3>Wie wird die Sicherheit der Anwohner w\u00e4hrend und nach der Sanierung gew\u00e4hrleistet?<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend der Aushubphase wurde die Deponie komplett eingehaust und mit Unterdruck bel\u00fcftet, sodass keine Schadstoffe nach aussen gelangen konnten. Heute kontrollieren wir die versiegelte Oberfl\u00e4che und das Sickerwassersystem dauerhaft. Ein dichtes Netz von Grundwassermessstellen, Luftmessstationen und Bodenproben stellt sicher, dass jede Ver\u00e4nderung sofort erkannt wird. Die strengen Grenzwerte der Schweizer Altlastenverordnung dienen als Referenz. Bei Auff\u00e4lligkeiten greift ein vordefinierter Massnahmenplan, der von der kantonalen Beh\u00f6rde vollzogen wird.<\/p>\n<h3>Ist es m\u00f6glich, sich als Freiwilliger in das Projekt einbringen?<\/h3>\n<p>Direkte Freiwilligenarbeit auf dem Deponiegel\u00e4nde ist aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht umsetzbar. Es gibt jedoch zahlreiche andere M\u00f6glichkeiten, sich zu engagieren. Sie k\u00f6nnen an unseren \u00f6ffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, sich in einer der beteiligten Umweltorganisationen engagieren oder bei lokalen Naturschutzprojekten im Umfeld der Deponie mithelfen. Auch die Verbreitung von Informationen in Ihrer Gemeinde f\u00f6rdert uns sehr. Wenn Sie spezifische Fachkenntnisse haben, k\u00f6nnen Sie sich zudem f\u00fcr eine ehrenamtliche Mitarbeit in einer unserer Arbeitsgruppen bewerben.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schweiz sind Gemeinn\u00fctzigkeit und gelebter Gemeinschaftssinn keine abstrakten Konzepte, environmental monitoring Ratgeber, sondern wesentliche Teile des Alltags. Von der freiwilligen T\u00e4tigkeit in Bergd\u00f6rfern bis zur Mitbestimmung bei kantonalen Grossprojekten \u2013 die Bev\u00f6lkerung formen ihr Umfeld engagiert mit. 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